Also machen wir weiter!
»Also machen wir weiter!« sagte Garcin zum Ende der »Geschlossenen Gesellschaft«; ein Freund rief mich an und fragte, ob die zwei Blinker (Brillenhämatom) mir eine Lehre seien? Ja, das sind sie – aber ich kann nicht anders, als einfach weiter zu machen, obwohl der Weg, den ich beschreite, bisher sich nicht als recht erwies – das Ergebnis stimmt nicht; ich unterwarf mich dem vollkommenen Gewaltverzicht und schreibe.
Die Lehre ist, das ich vollkommen anonym schreiben werde – ich dachte bisher, dass meine Schrift als solches sowieso schon unkenntlich ist, aber anscheinend ist sie das nicht, vor allem wenn man die Personen kennt. Weiter machen werde ich unter dieser Prämisse – ganz anonymisiert zu schreiben. Mag sein, dass man (frau) sich darin erkennt, aber alles Weiterführende ist dann Spekulation; und ein wenig Kotzen (Schreiben) mag mir doch erlaubt sein.
Wer meint, dass die Feder mächtiger als das Schwert sei, hat noch niemals richtig auf die Fresse bekommen – auch auf lange Sicht halte ich Schreiben nicht für mächtiger als Faustschläge; ich halte eher mein Schreiben als die Ursache für meine Verletzungen; mächtig genug ist mein Schreiben, um Reaktionen hervorzurufen, aber es ist nicht so mächtig als dass es Reaktionen unterdrücken könnte.
Vielleicht werde ich nach meinem Tode ein mächtiger Dichter, aber was interessiert mich das »Danach«? Nichts, denn dann bin ich nicht mehr – und meine Schrift wäre eine Dokumentation des Scheiterns.