Prügelknaben
Wissen Sie, ich bin ein Prügelknabe – für alles, was die Welt so bietet; ich mache es gerne, denn wenn ich es nicht tue, tut es kein Anderer. Ich setze mich für die Frauen ein, obwohl ich bisher nur schlechte Erfahrungen machte – und ich bleibe mir selber treu, bleibe Schüler von Castor und Sartre. Das weibliche Geschlecht wurde jahrtausende lang benachteiligt – und erst seit ein paar Jahren, vielleicht seit einem Jahrhundert, geht es aufwärts.
Ich bin ein Fan von Alice Schwarzer, weil sie so unerbittlich und hart, das aber mit Zärtlichkeit, gegen dieses Überbleibsel unserer Neandertalerzeit kämpft. Nicht umsonst wird sie Ihre Zeitschrift Emma nennen, ich wette das geht auf Emma Peel zurück. Was für ein fleischgewordener Männertraum – wenn man Gentleman ist.
Mag sein, dass Alice nicht so toll aussieht, dass ich mit ihr ins Bett steigen würde – aber sie ist eine Frau von wenigen, mit der ich klarkommen würde. Eine offene Beziehung für beide Seiten – das ist das, was ich will. Ich will spielen! Erst jetzt kann ich das, nach fast 35 Jahren Lebenserfahrung – ich glaube, Männer brauchen mehr Zeit, um zu diesem Zustande zu finden, als Frauen.
Und wenn eine hübsche Dame spielt, gilt sie schnell als Hure – doch was gibt es schöneres auf der Welt als ein Freudenmädchen, das Freude spendet? Gäbe es diese Damen nicht, würde unsere Gesellschaft noch schneller den Bach heruntergehen, als sie es sowieso schon tut. Die weibliche Hingabe war schon immer das einzige Mysterium dieser Welt – und der Kitt inmitten von Scherben.
Zuletzt aktualisiert: 26.08.10