David Letterman
Ich muss mich über diesen Herrn wirklich wundern – naja, nicht über diesen Herrn, vielmehr über die Amerikaner. Mehr oder weniger geknickt gestand Herr Letterman ein, dass er Sex mit Mitarbeiterinnen seiner Sendung hatte. Warum, in Gottes Namen, macht man(n) denn so eine Sendung, wenn nicht um der Redakteusen willen, die man flachlegen kann? Liebe Amerikaner, das ist doch normal!
Sehr geehrter Herr Letterman, natürlich leidet Ihre Glaubwürdigkeit – anscheinend witzelten Sie über Politiker, die Fehltritte begangen; wären Sie doch von Anfang an ehrlich gewesen! Nehmen Sie sich doch ein Beispiel an den Hip-Hoppern – die haben die ganzen Frauen und Geld: was will man mehr?
Letterman in Kapuzenpulli und weiten Hosen rappt einen Track produziert von Snoop Dogg: »All the bitches at work‹< Erste Zeile: >›I´m the great talkmaster – Ⅰ am the hoes´ blaster« Irgendwann kommt sowas immer ans Licht – gut, wenn man sich nicht um seine Reputation scheren muss.
Der selbe Fall in Deutsch? Niemand wunderte sich darüber und der allgemeinen Bewunderung unseres Betthupferl täte das keinen Abbruch, so wie ich die Lage einschätze – und wer wagte es denn, Herrn Schmidt zu erpressen?
Gottseidank bin ich nicht in einer solchen Lage, die Nation abends unterhalten zu müssen – widerwillig brächte ich das hinter mich, bevor ich mich den Damen der Redaktion widmete; aber bei meinem Glück sperren sich alle und am nächsten Tage stünde in der Zeitung, dass ich wegen sexueller Belästigung angeklagt werde – in soviel Fällen, wie ich Mitarbeiterinnen hätte.