Opfer
O WIE blüht mein Leib aus jeder Ader
duftender, seitdem ich dich erkenn;
sieh, ich geh schlanker und gerader,
und du wartest nur –: wer bist du denn?
Sieh: ich fühle, wie ich mich entferne,
wie ich Altes, Blatt um Blatt, verlier.
Nur dein Lächeln steht wie lauter Sterne
über dir und bald auch über mir.
Alles was durch meine Kinderjahre
namenlos noch und wie Wasser glänzt,
will ich nach dir nennen am Altare,
der entzündet ist von deinem Haare
und mit deinen Brüsten leicht bekränzt.
――――— Ergänzung beginnt――――――—
DIR ALLES zum Opfer, seis Lamm
seis Mensch, vor Dir ists gleich
Viele fürchten Dich, sind klamm.
Mein Herz teilt eine Klinge butterweich.
Hör: nimm mein Opfer, nimm mein Herz,
nimm alles, was ich darstelle, bin.
Ohne Dich wäre das Leben nur Schmerz
und ich ginge ohne Dich dahin.
Alles, was sein wird und bisher war
ist nur schöne Illusion, ich dachte
doch Du lehrest mich, was Lüge was Wahr;
du bist, es ist – ich ohne dich, sonderbar.
Sagte ich ein »Ja!« und sie lachte?
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»Herz-Schmerz« reimen? Ja – das ist gewollt. Diese Ergänzung ist, im Gegensatz zu den beiden anderen , völlig überflüssig – aber es war mir ein existentielles Bedürfnis, dieses Gedicht fortzführen – als Antrag an Sie.
Zuletzt aktualisiert: 25.09.09