Jammern
Männer sind wehleidige Viecher — sie brauchen Trost, Streicheleinheiten und aufmunternde Worte. Oftmals geht Ihnen das auf die Nerven, denn ein jammernder Mann ist so männlich wie ein Kaninchen. Das mundet einem als Braten, frau kann es streicheln, weil es so süß ist – aber sich von ihm begatten lassen? Da schüttelt es Sie, mit Recht!
So viele Kaninchen da draußen und sowenig Männer! »In Gottes Namen,«, denken Sie sich, »von mir aus nehme ich auch ein Kaninchen!«. Sie sind so bescheiden, und dafür liebe ich Sie! Leonidas ist tot, James Bond ist eine Phantasiefigur, Paten sind zu gefährlich, und Abschaum fassen Sie nicht an. Sie kalkulieren richtig, dass Sie mit einem Kaninchen vorlieb nehmen müssen.
Ich jammere Sie auch voll – wie schön Sie doch sind, welche herrlichen Augen Sie haben, wie Ihnen Ihre Kleidung steht, wie Ihr Haar weht, wie Sie mich mit Ihrem Duft betören und das mit einem treuherzigen, kaltem Blick, der von innerlicher Qual zeugt; Qual, Sie nicht zu berühren. Das Jammern ist mir vergangen – ich habe soviel gejammert, dass mich Gejammere mittlerweile abstösst, außer Sie jammern. Da bin ich ganz Ohr!
Im Jammern verkehrt sich die Welt – Sie müssen Ihren Erwählten durch Küsse zum schweigen bringen. Gibt es Männer, die in einem solchen Augenblick weiterjammern? Ich weiß es nicht, aber das muss für Frauen schlimmer sein, als wenn der Mann kurz vor dem Akt erfährt, mit wie vielen seiner Artgenossen Sie schon im Bettchen waren.
Mir ist das gleichgültig, wenn Sie mich schocken wollten, ginge das daneben. Ich würde Sie fragen, wie es denn der Beste vollbrachte, als der Beste in Ihrer Erinnerung zu verweilen und strengte mich an. Ich bin kein Mann, ich habe nicht das Bedürfnis, Sie für immer zu halten, außer Sie wollten dies. Ich gehorche Ihrem Willen, ich habe keinen – ich habe nur meinen Trieb, den ich sublimieren muss.
Zuletzt aktualisiert: 25.09.11