Emma

Reden wir über eine Emma, der ich völlig verfallen bin: emanzipiert, intelligent, wehrhaft und ein Traum von Weib – Emma Peel! Ihr Name lässt sich auch so schreiben: Ⅿ – appeal — man appeal.

Natürlich, Steinzeitmänner können mit ihr nichts anfangen; Keule schwingen, über die Schulter legen und in der Höhle begatten? Emma würde einem solchen schön die Fresse polieren. Herrlich! Eine solche Frau benötigt einen ebenbürtigen Widerpart: einen echten Gentleman. So einer ist schwer zu finden! Aber ich glaube, Emma hätte sich auch mit Bukowski angeregt unterhalten – ihn bestimmt aber nicht drübergelassen. Oder vielleicht doch?

Ich weiß es nicht, aber Bukowski ist mehr Gentleman als Sarkozy, Berlusconi und Mao Zedong. Wenn Sie Zeit haben, gönnen Sie sich eine Dosis „Mit Schirm, Charme und Melone“. Unschuldig ist die Erotik der Protagonisten nicht, sie sprüht vor Elan  – doch es bleibt bei Andeutungen. Einmal gibt es sogar ein Küsschen! Emma rettet Steed vor dem Exekutionskommando und er bedankt sich auf ihre Wange. Herzerwärmend – genau wie der Humor, der schon mal eine Leiche das Zimmer lediglich unaufgeräumt erscheinen lässt.

Skandal: müssen wir alle sterben? Leider ja, aber bis dahin wahren wir doch die Fassung und benehmen uns. Sie sollten sich unbedingt von Emma inspirieren lassen und die Welt liegt Ihnen zu Füßen! Nicht nur die Welt, sondern auch ich – aber wenn Sie nicht gelernt haben, eine Emma zu sein, lassen Sie es; es wirkte genauso peinlich, als wenn ich Prinz spielen wollte. Nicht das ich das nicht schon getan hätte, ich spreche aus Erfahrung…

Ich nehme Sie gern, auch wenn Sie keine Emma sind – nur sollten Sie die beiden mögen, damit wir uns „The Avengers“ gemeinsam anschauen können:  gerne sehe ich mir auch die Folgen mit Honor Blackman an, aber verschonen Sie mich mit der „Tara King“ – Ära: Steed nicht gewachsen, sondern seine Schülerin; ohjeh, ohjeh – mir reichte es schon nach einer Folge, da zuzuschauen…

Ich habe einen neuen kategorischen Imperativ für mich gefunden: frage dich bei jeder Handlung, ob sie John Steed gebilligt hätte – wenn nicht, lasse sie.