Autorennen
Es gibt Männer, die ziehen einem Fick ein Autorennen vor: wenn sie selbst Rennen fahren, kann ich das nachvollziehen, denn Adrenalin ist eine Droge; körpereigen und sehr wirkungsvoll. Nachvollziehen ja, aber verstehen? Nein, verstehen tue ich das nicht – für mich sind solche Männchen irgendwie kastrierte Wuschelbuschel.
Sie spenden mir das Adrenalin, das ich brauche: das Werben, dieses Spiel mit Annäherung und Zurückweisung, diese Gier auf das Mehr, das bewusste Verzichten, das Gedanken denken und es beim Gedanken lassen macht mich heiß genug. Ich muss mich nicht mit anderen Männern messen, dieser sportliche Wettbewerb hat etwas mit dem Schwänze vergleichen unter der Dusche gemein.
Wo es bei mir dann völlig den Schalter umlegt, ist wenn man sich so ein Spektakel wie die Formel 1 im Fernsehen ansieht. Ein Mitbewohner wollte das und dann läuft es halt. Ich wollte zumindest anregen, dass man den Ton ausschalte, damit Musik laufen kann. Das wollte er nicht, denn er will die Kommentare und das Motorengeräusch.
Gehts noch? Ich bin sofort gegangen, denn dieses Brrrr, mrrrrr und das Blabla machten mich voll kirre. Wenn Sie mich volltexten und mit Wörtern überhäufen, ertrage ich es gerne, wenn ich den Klang Ihrer Stimme liebe. Lieber stundenlang mit Ihnen beim Kaffee in einem Café und leiden, als sich eine Minute den Müll mit Autorennen geben.