Unterwerfung
Sie werden entgegnen, dass ich mich unterwürfig verhalte, so wie der Seitentitel es vermuten lässt. Dem widerspreche ich nicht, denn ich will mich dem Diktat Ihres Willens unterordnen – was oftmals heißt, dass ich den dominanten Part spielen muss. Gerade lese ich wieder mal ein Buch über Gott, die Welt, Frauen und Verführung; und ich erhielt meine zentrale These ein wenig gestützt:
Die Frau ist die Herrschende, vor allem, wenn man meint, man beherrsche sie. Ich will Sie nicht beherrschen, Sie verlören dadurch den Zauber, der für eine Beziehung notwendig ist – Sie sind und bleiben ein Mysterium, an dem ich mich erfreue, Sie sind das Orakel – ich bin der Fragende. Natürlich, wenn ich Sie fragte, ob ich in den Krieg ziehen sollte und Sie einen großen Sieg prophezeien, weiß ich, dass es auch der Sieg des Gegners sein könnte.
Ich bin auf der Suche nach einer Dame, die herrscht, aber nicht herrschsüchtig ist. Mit einem solchen Verhalten, das die Unzulänglichkeit des eigenen Selbst kaschieren soll, verprellen Sie mich. Sie sind idealerweise nicht darauf angewiesen, zu herrschen, denn Sie tun es einfach: wie Aschenputtel es nicht nötig hatte, sich aufzuspielen, weil sie einfach die Schönste war.
Sie haben Charakter – genauso wie ich. Nachsichtig sollten Sie sein, denn ich habe einen viel zu hohen Anspruch an mich selbst, den ich nie erfüllen kann. Wenn frau dann noch so einen Hund, der immer das Beste will und das Schlechte schafft, herrschsüchtig bestraft, für etwas, was er eigentlich gut tat, wird der Hund verhaltensgestört.
Der Hund spiegelt das Verhalten des Frauchens – wenn Sie sich einen Hund wie mich anschaffen wollen, müssen Sie wissen, wie der Hund tickt; daher schreibe ich. Und hoffe, dass es da draußen ein Frauchen gibt, das mich adoptieren will.