Nuttnfiffi
Der Bayer neigt zu einer etwas derben Sprache: blumige Umschreibungen sind nicht sein Ding. Ein herrliches bayrisches Wort ist die Beschreibung für ein kleines Hundchen: »Nuttnfiffi«; auch Pudel fallen darunter. Frau kann sich so einen Hund gleich plastisch vorstellen: an der Leine einer aufgetakelten Dame.
Dackel sind keine Nuttnfiffi, Dackel werden urbayrisch als Zamperl tituliert. Was will auch eine aufgetakelte Dame mit einem störrischen Dackel, der alles macht, nur nicht das, was sie sagt und will. Für einen Nuttnfiffi bin ich wesentlich zu groß und zu stolz, aber vom Verhalten her? Ich mache Platz, wenn Sie »Platz!« sagen, ich höre auf Sie – aber nur solange, wie der Dackel in mir nicht hervorbricht.
Da liege ich dann in der Sonne und bewege mich nicht, auch wenn Sie gerne wollten. An sich ists eine einfache Rechnung: frau kann einen Hund verderben, aber ein Hund verdirbt eine nie. So ein Hund hält eine auch ein wenig an der Leine: er braucht seine Zuwendung, seine Spaziergänge und so vieles mehr – ein Hund ist mit wenig zufrieden.
So kann der Mensch vom Hunde lernen: ein Hund will gar kein Gold, Diamanten und Platin – ein Körbchen, Futter und ein liebes Wort reichen aus, um ihn glücklich zu machen. Ein Mensch lechzt nach dem Unerreichbaren, will mehr und mehr. Natürlich, wenns um läufige Hündinnen geht, wird der Hund zum Menschen.
Unter Männern gibts mehr Nuttnfiffi, als Sie denken: heute sah ich einen! Er saß so da und eine Dame legt eine leere Zigarettenschachtel auf seinen Schädel begleitet von den Worten: »Sitzt eh neben dem Mülleimer. Wirf weg!« – er tats und erstaunlicherweise fing das Hundchen nicht mal das Knurren an. Machen Sie das mit mir, belle ich gleich – außer, Sie wären mein Frauchen und spielen mit mir; aber Aktion gleich Reaktion – ich würde Sie irgendwann auch mal von oben herab behandeln.
Zuletzt aktualisiert: 10.09.11