One-night-stands
Was hielten Sie davon, wenn Sie vor jedem One-night-stand mit dem Aspiranten eine vulkanische Gedankenverschmelzung durchführen müssten? Gehen wir davon aus, dass Sie beide keine Meister darin sind: alle Erinnerungen und Gedanken würden geteilt! Privatsphäre? Nix da…
Abgesehen davon, dass Sie gar nicht soviel wissen und preisgeben wollen, wäre der Zauber des Unbekannten, der einen One-night-stand ja auch ausmacht, verloren: ob Sie unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch wollten? Sie wüßten über jede seiner Unarten bescheid – und er über Ihre. Ja dann erst recht, werden Sie sagen; dann ists sowieso gleich.
Oder tritt sofort das »gute-Freunde-Syndrom« ein? Sie können sich mit ihm unterhalten, aber mehr? Nein danke! Ich weiß es nicht – der große Hengst entpuppt sich als Mama-Söhnchen, er hat Familie, er ist geistig minderbemittelt – alles Dinge, die frau in einem Abend schlecht ersehen kann – und auch nicht will. Vor sowas wären Sie dann nach einer Gedankenverschmelzung sicher!
Nun zu mir: ich biete Ihnen eine einseitige Gedankenverschmelzung an, Sie lesen hier über mich allerhand. Ja, ich weiß: das ist zu meinem Nachteil, aber was tut man(n) denn nicht aus Verzweiflung? Tus ich aus Verzweiflung? Eher aus Amüsement und zum Zeitvertreib – ein kleines Steckenpferd.
Für One-night-stands fehlt mir leider eh der Killerinstinkt. Immer dieses »Will sie, will sie nicht?« im Hinterkopf – sich auflösend durch einen Kuss. Jaja, ich träume…